KlimaTeens als Pilotprojekt

CHEMIE KlimaTeens

Am Montag, dem 16. Januar 2017, wurde in den Klassen 9b und 8d das neue Projekt KlimaTeens der EnergieAgentur.NRW vorgestellt. In dieser kostenlosen Unterrichtseinheit zu Energie und Kunststoff kam als Referent Herr Udo Warstat von der Energieagentur.NRW für jeweils eine Doppelstunde an das KFG, um unseren Schülerinnen und Schüler das Thema Klimaschutz durch Experimente mit Kunststoffprodukten näher zu bringen.

Die heutigen modernen Kunststoffprodukte werden überwiegend aus Erdöl gefertigt, das nach Prognosen in einigen Jahrzehnten als Rohstoff nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Kunststoffe sind sehr vielseitig und es fällt im Alltag schwer, auf sie zu verzichten oder sie durch andere Stoffe zu ersetzen. Kunststoff ist zu einem der wichtigsten Werkstoffe unserer Zeit geworden. Jedoch birgt neben der Herstellung und Wiederverwertung auch die unachtsame Beseitigung große Gefahren für Umwelt und Gesundheit: Drei Viertel des Mülls in unseren Ozeanen besteht aus Kunststoffen. Diese benötigen Jahrhunderte, um sich zu zersetzen. Tausende von Seevögeln und Meereslebewesen sterben, weil sie Kunststoffe mit der Nahrung aufnehmen oder sich in Netzen und Kunststofffäden verwickeln.

Die Unterrichtseinheit „KlimaTeens" soll Schülerinnen und Schüler sensibilisieren und positive Anreize zum bewussten Umgang mit Kunststoff zu setzen. Dabei sollen trotz des ernsten Hintergrunds Spaß und Forschergeist durch Experimente im Vordergrund stehen. Unterschiedliche Stationen animieren zum Selbstentdecken und Nachforschen, es darf gestaunt, ausprobiert und gerätselt werden.

Folgende inhaltliche Ziele zum Thema Energie und Kunststoff wurden angesprochen und in Experimenten ausprobiert:

  1. Kunststoffe sind überall! Eine Plastiktüte ist meistens aus Polyethylen hergestellt. Für die Herstellung von 1 kg Polyethylen werden 2 kg Erdöl benötigt. Im ersten Experiment verdeutlichte der Temperaturunterschied eines Wasserbades nach Verbrennen von Plastik die enthaltene Energiemenge.

  2. Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff! Die vielen verschiedenen Kunststoffe unseres alltäglichen Verpackungsmülls lassen sich nach Recyclingsymbol oder –nummer sortieren. Nach dem praktischen Sortieren des eigenen Hausmülls, lernten die Schüler/innen theoretisch, wie Kunststoffe hergestellt werden. Achtung: Einige von ihnen enthalten so genannte Phthalate – gesundheitsschädliche Weichmacher.

  3. Mikroplastik in Kosmetik! Hautpeelings enthalten oftmals Plastikteilchen, die kleiner als 5 mm sind. Dieses Mikroplastik wird mittels Filtration unübersehbar. Über unser Abwasser wäre das Filtrat ansonsten in die Kläranlage und über den Fluss ins Meer gelangt, wo es dann fester Bestandteil der maritimen Nahrungskette wäre. Im Kot von Seehunden oder Robben ist Mikroplastik leider zu finden.

  4. Fäden, die zu Fleecestoff werden! In diesem Experiment galt es aus einer PET-Flasche einen möglichst langen Kunststofffaden zu spinnen. Das ist nur eine Möglichkeit, Kunststoffe zu recyceln. Neben der Wiederverwertung wurden die Wiederverwendung, Verbrennung (energetische Verwertung) und Deponie-Beseitigung vorgestellt und diskutiert.

  5. Das ist deine Idee! Hier wurden Vorschläge gesammelt, was jede/r konkret zur Kunststoffvermeidung machen könnte.

Die Schülerinnen und Schüler bekamen durch die Experimente den Zugang zu Klimaschutzthemen und Anregungen, über unsere zukünftige Versorgung mit Rohstoffen nachzudenken.

Der Wandel der Energieversorgung und die Notwendigkeit des energiesparenden Verhaltens setzt in der ganzen Gesellschaft eine entsprechende Umorientierung voraus. Die Schule kann mit diesem Thema im Unterricht wichtige Lernanlässe für die künftige Entscheidungs- und Handlungskompetenz der Heranwachsenden schaffen und sie zudem befähigen, sich durch die erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen.

T. Heselhaus (Schuljahr 2016/17)